Die
Bayerische Staatsoper trauert um den Bariton Dietrich Fischer-Dieskau.
Am Morgen des 18. Mai verstarb der Bayerische Kammersänger im Alter von
86 Jahren in Berg am Starnberger See.
„Der Tod von Dietrich Fischer-Dieskau ist ein großer Verlust für die
gesamte Musikwelt. Er hat durch seine Interpretationen im Liedgesang und
in der Oper die Kunst des Singens entscheidend geprägt. Der heutige
Liedgesang wäre ohne die Prägung durch Dietrich Fischer-Dieskau nicht
denkbar. Die Bayerische Staatsoper trauert um einen ihrer wichtigsten
Künstler überhaupt“, so Intendant Nikolaus Bachler.
Dietrich Fischer-Dieskau wurde in Berlin geboren. Seine
Gesangsausbildung erhielt er bei Georg A. Walter und später bei Hermann
Weißenborn an der Berliner Musikhochschule. Mit einem ersten Liederabend
im Jahr 1947 und einem Engagement an der Städtischen Oper Berlin begann
seine erfolgreiche internationale Karriere. Gastspielverträge führten
ihn an renommierte Opernhäuser, u.a. an die Staatsopern von Wien,
München und Hamburg sowie an die Londoner Covent Garden Opera, in die
New Yorker Carnegie Hall und zu den Festspielen von Bayreuth und
Edinburgh. Vor allem auch durch seine Interpretationen im Liedfach
setzte er bis heute bleibende Maßstäbe, die New York Times kürte ihn
sogar zum „besten Liedsänger der Welt“.
Über viele Jahre hinweg pflegte Fischer-Dieskau eine intensive und
künstlerisch produktive Verbindung zur Bayerischen Staatsoper. Bereits
1952 sang er hier die Partie des Jochanaan (Salome), 1959 wurde er zum Bayerischen Kammersänger ernannt. In fünf Jahrzehnten sang er hier rund 20 Partien, darunter Mandryka (Arabella), Barak (Die Frau ohne Schatten), Almaviva (Le nozze di Figaro), Sprecher (Die Zauberflöte), Amfortas (Parsifal), Hans Sachs (Die Meistersinger von Nürnberg) und die Titelpartien von Gianni Schicchi und Falstaff.
Unvergesslich bleiben seine Verdienste um das zeitgenössische
Musiktheater, allem voran seine Darstellung des König Lear in der
gleichnamigen, 1979 in München uraufgeführten Oper von Aribert Reimann.
1992 gab er seinen Abschiedsliederabend im Nationaltheater, am
Silvesterabend desselben Jahres beendete er hier seine Gesangskarriere
mit einem Galakonzert unter der Leitung von Wolfgang Sawallisch. Nach
seinem Abschied als Sänger arbeitete er ist als Dirigent, Rezitator und
Buchautor sowie als Dozent von Meisterklassen.
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